Diese Forderung trafen die Jusos im Kreis Steinfurt auf einer Besprechung über die Situation der Busfahrer und des Flughafenpersonals jüngst in Emsdetten. Als Referent des Abends konnte Karl-Heinz Brauer, Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft ver.di für die Region Münsterland gewonnen werden. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Friedrich Paulsen, Kandidat der SPD für den Kreistag Steinfurt, Jan-Hendrik Dankerl, Vorsitzender des Juso-Unterbezirks Steinfurt und Oliver Janke, Kandidat der SPD für das Bürgermeisteramt der Stadt Hörstel. Brauer berichtete ausführlich über die Situation im Öffentlichen Personennahverkehr, vor allem mit Blick auf die Rahmenbedingungen der kleineren Busgesellschaften und die Lohn- und Beschäftigungssituation der Fahrer.
Schwierig ist die Situation vor allem, wenn Aufgaben an Subunternehmer weitergegeben werden, da dann zur weiteren Rentabilitätssteigerung des öfteren Lohndumping einsetzt. Jan Hendrik Dankerl – Vorsitzender der Jusos – verwies darauf, dass ein qualitativ hochwertiger Nahverkehr eben nicht zum Nulltarif zu haben ist. Dankerl sagte: „Die Forderung der CDU, der Busverkehr solle ohne Zuschüsse auskommen, ist eine Luftnummer. Hier wird auf dem Rücken der Fahrer und auf Kosten der Qualität gespart.” Teilweise werde deutlich unter Tariflohn gezahlt, es gebe sogar einen derzeit gerichtlich anhängigen Fall, bei dem die Entlohnung bei 2,10 € pro Stunde gelegen habe. „Aber selbstverständlich ist eine so niedrige Zahlung nicht der Regelfall”, schränkte Brauer ein. Trotzdem müssen alle Beteiligten Dumpingfälle entschlossen bekämpfen, sagte SPD-Abgeordneter Paulsen, der die Politik und die Aufsichtsräte hier stärker in die Pflicht nehmen will.
Auch müsse alles dafür getan werden, über einen guten Organisationsgrad der Gewerkschaft die Situation der Beschäftigen zu sichern und zu verbessern. Für die Jusos ist es ein schwer nachzuvollziehender Fakt, dass Fahrer bei privaten Unternehmen rund 30% weniger verdienen als Fahrer bei der RVM. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit” sei die Forderung, bei der allerdings nicht eine Angleichung nach unten gemeint sei, so der SPD Kreistagsabgeordnete Paulsen.
Im Anschluss berichtete Brauer über die Beschäftigten am FMO. Leider sei dort der Organisationsgrad bei weitem nicht so hoch und wegen der Vielzahl beteiligter Unternehmen und Gewerkschaften ein Überblick schwierig. „Gerade im Mindestlohnbereich ist es kaum möglich eine Aussage zu treffen, da über Löhne und Beschäftigungssituation kaum Daten vorliegen”, bedauerte Brauer. Die Jusos beschlossen aber, sich weiterhin über diese Frage zu informieren und in Gesprächen Kenntnisse hierüber zu sammeln, um gegebenenfalls über Friedrich Paulsen diese Probleme in den Kreistag einzubringen. Zum Abschluss wurde vereinbart, zukünftig einen engen Austausch zwischen Gewerkschaftsvertretern und den Jungsozialisten zu pflegen, um die Situation der Beschäftigten im Blick zu haben und auf Probleme schneller reagieren zu können.




