Der Ausbau der Betreuung von unter dreijährigen Kindern (U3-Ausbau) steht auf der Agenda der SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer. Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte die Abgeordnete dazu alle Kommunen und die Kreisjugendämter in ihrem Wahlkreis, um in Erfahrung zu bringen, ob die vom Bund und Land zur Verfügung gestellten Mittel für den U3-Ausbau reichen. Station war jetzt das Kreisjugendamt des Kreises Steinfurt.

In Begleitung ihrer Landtagskollegin Elisabeth Veldhues und den Kreistagsmitgliedern Renate Lemm und Peter Middendorf, fand sich Arndt-Brauer zu einem Gespräch mit dem Sozialdezernenten Peter Lüttmann und Kreisjugendamtsleiter Tilman Fuchs zusammen.

Die Versorgungsquote für U3-Betreuungsplätze im Kreis Steinfurt liegt derzeit bei 16,9 Prozent, so Fuchs. Politisch gewollt sei aber eine Quote von 35 Prozent, die mit dem Rechtsanspruch bis zum 1. August 2013 umgesetzt werden soll. In einigen Kommunen des Kreises sei man mit der bisher erreichten Quote durchaus auf einem guten Weg. In anderen Kommunen werden auch die geforderten 35 Prozent nicht ausreichen, ist sich der Kreisjugendamtsleiter sicher. 750 Betreuungsplätze müssen in den jugendamtsfreien Kommunen geschaffen werden, um die Quote zu erreichen. “Das ist eine Investitionsvolumen von 5 Mio. Euro”, machte Peter Lüttman klar und dafür reichten die zur Verfügung gestellten Fördermittel keinesfalls aus.

Wenig Hoffnung konnte allerdings die Landtagsabgeordnete Elisabeth Veldhues auf mehr Fördermittel des Landes NRW machen, da die rot-grüne Landesregierung einen verfassungskonformen Haushalt aufstellen muss.

Ein weiteres Problem in der Umsetzung des Rechtsanspruches sieht Tilman Fuchs im Fachkräftemangel. Schon jetzt gebe es Anzeichen, dass Fachkräfte fehlen. Mit der Einführung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) durch die ehemalige schwarz-gelbe Landesregierung sei auch der Beruf der Kinderpflegerin praktisch abgeschafft worden, kritisierte Veldhues in dem Gespräch. Gestandene Kinderpflegerinnen, die jahrelang als Ergänzungskräfte in Kindergärten tätig waren, waren gezwungen mit einer Zusatzausbildung den Erzieherinnenberuf zu erlernen. Das hat vielen Frauen ihren Arbeitsplatz gekostet. Mit der geplanten Revision des KiBiz soll dies wieder rückgängig gemacht werden, versicherte Veldhues. Damit würde man dem Fachkräftemangel in Betreuungseinrichtungen teilweise entgegenwirken.