Frauenberatungsstelle Rheine 2

In Deutschland ist jede vierte Frau von häuslicher Gewalt betroffen. Dies hat die rot-grüne Landesregierung zum Anlass genommen, politisch zu handeln. Im Koalitionsvertrag wurde daher beschlossen, die Förderung der Frauenberatungsstellen zu verbessern.

Auch im Kreis Steinfurt steht betroffenen Frauen seit April 2011 eine Anlaufstelle in der Münsterstraße 55 im Rheiner Gesundheitsamt zur Verfügung. Die Frauenberatungsstelle unter der Trägerschaft des Diakonischen Werkes Tecklenburg ist die erste und bislang einzige vom Land geförderte Frauenberatungsstelle für häusliche Gewalt im Kreis Steinfurt. Das Land NRW übernimmt dabei 85 Prozent der Personalkosten, der Kreis Steinfurt und das Diakonische Werk begleichen die restlichen Personal- und Sachkosten.

Vor Ort machten sich jetzt die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer, Dominik Bems (SPD-Ortsvereinsvorsitzender) sowie Inge Zawatzki und Gundula Grommé (Arbeitsgemeinschaft  sozialdemokratischer Frauen) ein Bild von den Aufgaben der Beratungsstelle. Persönliche Beraterinnen und Ansprechpartnerinnen für die Betroffenen sind Agnes Denkler und Uschi Stadelmayer. Wie wichtig die Beratungsstelle ist, zeigte sich gleich am ersten Tag der Eröffnung. „Vor unserer Tür stand schon die erste Frau, die Hilfe benötigte“, so Uschi Stadelmayer und verweist auf die derzeitige Zahl von rund 60 Frauen die Beratungsbedarf haben. Aber nicht nur körperliche sondern auch die psychische Form von Gewalt ist ein Thema. „Die Frauen werden beschimpft, bedroht und beleidigt, sie fühlen sich oft unsicher und schuldig“, verdeutlichte Agnes Denkler.

Die Beraterinnen sind im gesamten Kreis Steinfurt tätig. Im Rahmen ihrer Arbeit suchen die Mitarbeiterinnen Frauen in ihrem gewohnten Umfeld auf und bieten ihnen umfangreiche Hilfestellungen an. „Es reicht aber nicht nur, die Frauen zu unterstützen. Auch die Täterarbeit ist wichtig“, machte Uschi Stadelmayer klar. Aber dies müsse an anderer Stelle passieren, so die Sozialarbeiterin weiter.

Abschließend gaben Denkler und Stadelmayer den Besuchern mit auf den Weg, dass man mittlerweile an die Grenzen stoße. Ein Stellenausbau wäre dringend erforderlich und würde die Arbeit der Beratungsstelle erleichtern. Arndt-Brauer versprach den Beraterinnen den Kontakt zu der SPD-Landtagsabgeordneten Elisabeth Veldhues aufzunehmen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.