Svenja Schulze

Wie kann man mehr Fachkräfte für das Handwerk gewinnen?

Studenten in Hülle und Fülle, aber zu wenig Nachwuchs und Fachkräfte im Handwerk: Mit diesem Dilemma auf dem Ausbildungsmarkt befasst sich jetzt die SPD im Kreis Steinfurt. Sie will darüber öffentlich diskutieren. Eingeladen hat sie dazu NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. Die Ministerin kommt am Donnerstag, 20. April, nach Hörstel und will die Fragen von Bürgern, Unternehmern und Politikern beantworten.

Nirgendwo in Deutschland ist die Zahl der Studierenden so hoch wie in Nordrhein-Westfalen. Und es werden immer mehr: Im gerade beendeten Wintersemester 2016/2017 waren rund 760 000 junge Leute an den NRW-Hochschulen eingeschrieben – gegenüber 2005 eine Steigerung von 60 Prozent. Ein Professor in NRW betreut mittlerweile im Durschnitt 93 Studenten, bundesweit liegt der Schnitt bei 72 pro Professor.

Umgekehrt klagt das Handwerk über Nachwuchsmangel. So lag der Anteil unbesetzter handwerklicher Lehrstellen zu Beginn des letzten Ausbildungsjahres bei 9,4 Prozent und damit über dem Durschnitt von 8 Prozent der nicht besetzten Stellen in der Gesamtwirtschaft.

„Dabei ist doch die duale Ausbildung Teil des Erfolges der Wirtschaft unseres Landes!“, betont die SPD-Landtagskandidatin Elisabeth Veldhues. Sie will gemeinsam mit Ministerin Svenja Schulze bei der öffentlichen Diskussion in Hörstel Antworten auf die drängenden Fragen suchen.

Meisterausbildung kostenfrei?
Wie kann man das Handwerk unterstützen, damit handwerkliche Arbeit und ihre Bedeutung wieder höhere Wertschätzung erfahren? Veldhues: „Ich glaube, wir müssen die handwerkliche Meisterausbildung stärken und Zugangshürden abbauen.“ Eine Überlegung sei auch, die Meisterausbildung wie den Master an der Hochschule kostenfrei zu stellen. Und: „Was ist mit dem Berufs-Abitur?“, bringt Veldhues einen weiteren Gedanken in die Debatte.

Die Diskussion darüber, wie man Fachkräfte für das Handwerk der Zukunft gewinnen kann, beginnt am Donnerstag, 20. April, um 18 Uhr im Hotel Hilckmann in Hörstel, Ostenwalder Straße 1. Die Veranstaltung ist öffentlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.