SPD besucht Dorfladen in Hopsten-Halverde

Wer etwas Besonderes kennenlernen will, ist in Hopsten-Halverde richtig. Im Rahmen ihres Sommerprogramms hatte sich die SPD-Kreistagsfraktion gemeinsam mit dem Vorstand der SPD im Kreis Steinfurt sowie mit Jürgen Coße, dem Vorsitzenden und Bundestagskandidaten der SPD im Kreis Steinfurt und dem Hopstener Bürgermeister Winfried Pohlmann die Dorfgenossenschaft besucht.  Albrecht Philipp, Vorstandsvorsitzender der Dorfgenossenschaft, begrüßte die Gäste aus dem Kreis.

 

Als vor 5 Jahren die Kneipe im Dorf geschlossen wurde, habe es angefangen, berichtete Albrecht Philipp. Damals gab es keine Einkaufs- und Feiermöglichkeiten mehr im Dorf. „Nicht einmal einen Beerdigungskaffee konnten wir hier anbieten, von Schützenfesten oder Familienfeierlichkeiten ganz zu schweigen“, berichtet der heutige Vorsitzende der Dorfgenossenschaft. „Wir mussten einfach etwas tun“. Der Zufall wollte es, dass die Eigentümer des „Halverder Hofes“ etwa zur gleichen Zeit vergeblich nach einem Nachfolger suchten. Der Käufer und neue Eigentümer war den kreativen Dörflern, die sich zu einer Planungsgruppe zusammengeschlossen hatten, wohlgesonnen. Die Idee der sechs Männer, den Hof als neuen Treffpunkt und möglichen Standort eines Dorfladens mit Gastronomie umzugestalten, gefiel nicht nur ihm, sondern auch vielen Halverder Bürgerinnen und Bürgern. Nach intensiven Vorbereitungen und Vorgesprächen konnte die Planungsgruppe im Juli 2016 ihre Pläne bei einem ersten Informationsabend vorstellen. Im November 2016 waren sie dann bereits soweit, allen Halverder Bürgerinnen und Bürgern ein ausgefeiltes Konzept zur Gründung einer Dorfgenossenschaft vorzulegen. Das überzeugte. Bereits am Gründungsabend trugen sich 191 Mitglieder in die Listen ein. Inzwischen sind daraus 355 Mitglieder mit über 400 Anteilen à 250 Euro geworden, berichtete der Vorstandsvorsitzende der Halverder Dorfgenossenschaft stolz. Seit der Eröffnung am 30. April 2017 habe sich vor allem das Café zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Der kleine Dorfladen, in dem neben Backwaren ein kleines Sortiment von etwa 150 Artikeln verkauft wird, werde gut angenommen. Fahrradtouristen würden hier gerne Station machen und vor allem der kleine Hotelbetrieb mit 12 Zimmern werde besser genutzt als erwartet. Endlich könnten wieder Familienfeiern, Schützenfeste und andere Aktivitäten im Herzen des Dorfes stattfinden. „Es ist wirklich beeindruckend, wie sie es durch gute Vorbereitung und großen persönlichen Einsatz geschafft haben, das Dorf wieder so lebendig zu machen“, fasste Elisabeth Veldhues als Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion den Eindruck der Gäste zusammen. Philipp betonte, dass es bei der Gründung der Genossenschaft tatsächlich nicht vorrangig um Rendite gegangen sei, sondern darum, wieder ein besseres, intaktes Dorfleben zu ermöglichen. Schützen- und Sportvereine, Familien, Menschen aus dem benachbarten Altenheim und auch viele Berufstätige, die sich morgens einfach nur ein Brötchen im Laden kaufen (der Laden ist ab 5.30 Uhr geöffnet), nutzten das Angebot gerne. Mit drei Festangestellten, einigen Teilzeitbeschäftigten und zahlreichen Ehrenamtlichen bietet die Dorfgenossenschaft neben Begegnung aber auch Arbeit. Die Genossenschaft war die richtige Idee, da ist der erfahrene Genossenschaftler Philipp ganz sicher, denn so haben viele Menschen aus dem Dorf einen echten Anteil an der Entwicklung.

 

Bürgermeister Winfried Pohlmann ist an dem Nachmittag ebenfalls dabei. Er kennt die Problematik der dörflichen Strukturen. Es sei schwierig, eine Gemeinschaft aufrecht zu erhalten, wenn es im Dorf keine Begegnungsmöglichkeiten mehr gibt. Für Hopsten habe man deshalb bereits ein Integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKE) erarbeitet, berichtet er. Ein Thema für die Zukunft bleibe der Nahverkehr. Nicht nur die Beförderung zwischen den Ortsteilen, auch die grenzüberschreitenden Verbindungen ins benachbarte Niedersachen könnten verbessert werden. Ebenso wie die Fahrradwege. Jürgen Coße, Bundestagsabgeordneter und stellvertretender Landrat sagte zu, die Kreistagsfraktion werde die Anregung aufnehmen, für das Sozialticket die Einrichtung einer Tarifzone 5, die beispielsweise von Schale bis Ibbenbüren reiche, zu prüfen.

 

Vieles laufe sehr gut in Hopsten, betonte der Bürgermeister am Ende des Treffens. In Hopsten und Halverde gebe es bereits schnelles Internet, der Ausbau in Schale sei für 2017 geplant. Auch die  Integration von Flüchtlingen habe durch die große ehrenamtliche Unterstützung bisher gut funktioniert. Ein Fall von Kirchenasyl habe mit dem Kreis Steinfurt inzwischen gütlich gelöst werden können.

 

Die Halverder Bürgerinnen und Bürger sind engagiert, einsatzfreudig und zielstrebig. Davon konnten sich die Gäste auch beim anschließenden Besuch im Dorfladen überzeugen. Ein besonderer Dank ging an Albrecht Philipp und an Wirtin Angela Wahnelt, die während des Treffens für das leibliche Wohl der SPD-Kreistagsfraktion gesorgt hatte.

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