Das Ehrenamt – viel Amt, aber wenig Ehre?

Sonja von Gostomski (Vorsitzende SPD-Frauen Kreis Steinfurt), links; Svenja Stadler (MdB und engagementpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion), rechts

Am vergangenen Donnerstag hatten die SPD-Frauen im Kreis Steinfurt zu einem Themenabend „Ehrenamt“ zum Hotel-Restaurant Dahm’s Hoff in Saerbeck eingeladen. Etwa dreißig Personen folgten dieser Einladung, um an der sich entwickelnden regen Diskussion aktiv teilzunehmen. Als Expertin war die Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler aus dem Landkreis Harburg dabei, die innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion einen Arbeitsschwerpunkt im Bereich ehrenamtliches Engagement hat.

Abgrenzung nötig

Zunächst eröffnete Svenja Stadler den Themenabend mit einem kurzen Eingangsreferat, bei dem sie auf den Punkt brachte, was von politischer Seite her zum Thema Ehrenamt in den vergangenen Jahren bearbeitet worden ist, auch wenn längst nicht alle Ziele hätten erreicht werden können. So gelte es sich weiter dafür einzusetzen, dass ehrenamtliche Tätigkeiten genau von der Arbeit der Festangestellten abgegrenzt werden müssen, um dem „Missbrauch“ von Ehrenamt bzw. dem Stellenabbau durch Arbeitgeber vorzubeugen.

Danach steuerten die Anwesenden Fragen und Berichte aus unterschiedlichen ehrenamtlichen Betätigungsfeldern bei, sei es aus der Pflege, der Feuerwehr, der Schule oder dem politischen Ehrenamt. Es wurde die Frage nach der Wertigkeit des Ehrenamtes aufgeworfen: Wieso werden beispielsweise bei einigen ehrenamtlichen Tätigkeitsfeldern Aufwandsentschädigungen gezahlt und bei anderen nicht? Wie lässt sich vermeiden, dass beispielsweise im Bereich der Pflege Aufgaben von Ehrenamtlern übernommen werden, die eigentlich zur originäre Arbeit eines ausgebildeten Pflegers gehören? Und wie kann etwa im Bereich Bibliotheken, in denen Fachkräfte ausgebildet werden, verhindert werden, dass immer mehr Aufgaben von ehrenamtlich Tätigen übernommen werden sollen, um den Kommunen Geld zu sparen?

Bürokratieabbau und Wertschätzung

Svenja Stadler zeigte sich erfreut über die vielschichtige und faire Diskussion, war dankbar für Hinweise, an welcher Stelle sie genauer hinsehen und sich noch stärker einsetzen muss, damit sich die äußeren Bedingungen für einige der 31 Millionen ehrenamtlich Aktiven weiter verbessern. So sei es wichtig, bürokratische Hürden abzubauen, über noch mehr wertschätzende Extras wie z.B. die Ehrenamtskarte bzw. Weiterbildungsmöglichkeiten nachzudenken, Aufgabenfelder genauer zu definieren (Bibliotheksgesetz etc.). Svenja Stadler erinnerte jedoch auch daran, dass ein Ehrenamt unentgeltlich sei und nicht etwa durch zusätzliche Rentenpunkte für die Engagierten „finanzierbar“ sei.

Zufrieden mit dem Verlauf der bunten Diskussion zeigte sich auch die Vorsitzende der SPD-Frauen im Kreis Steinfurt, Sonja von Gostomski, die diesen Abend moderierte. „Die SPD-Frauen sollten demnächst einen Themenabend zur Pflege anbieten, da es gerade in diesem Bereich ganz offensichtlich sehr viel Diskussionsbedarf gibt.“, so von Gostomski in ihrem Resümee des Abends.

 

 

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