Kreis-SPD setzt Fokus auf Umwelt

Martina Kamphues, Foto: Pat Röhring

„Es ist kurz vor zwölf“, mahnt die SPD-Kreistagsabgeordnete Martina Kamphues. Massentierhaltung, Insektensterben, Verringerung der Artenvielfalt. Das sind nur einige Schlagworte, die die SPD-Kreistagsfraktion umtreiben.  Daher setzt sie in diesem Jahr einen besonderen Fokus auf den Bereich Umwelt. Gleich dreifach soll die Kreisverwaltung handeln.

 

Schulze Föcking kein Einzelfall

Der Fall Schulze Föcking habe erhebliche Mängel in der Aufsicht über die Tierhaltung im Kreis Steinfurt offenbart. „Viele Betriebe werden teilweise jahrelang nicht kontrolliert. Wenn Kontrollen stattfinden, werden diese weit im Voraus angekündigt. So lassen sich Missstände jedenfalls nicht aufdecken“, stellt Kamphues fest. Daher fordern die Sozialdemokraten eine Umstellung auf unangekündigte Kontrollen der Betriebe. Auch die Kontrollintervalle sollen kleiner werden. Die SPD ist im Gegenzug bereit, hierfür Personal im zuständigen Veterinäramt zu schaffen. Drei Veterinärassistenten sollen ab 2018 ausgebildet werden.

Artenvielfalt erhalten – Insektensterben bekämpfen

Eine weitere Priorität der Kreis-SPD ist die Erhaltung der Artenvielfalt im Kreis Steinfurt. „Das ist nicht nur irgendein Schlagwort aus den Nachrichten, sondern betrifft uns vor Ort ganz konkret“, betont Kamphues. Um 75 % sei die Biomasse von Insekten in den vergangenen drei Jahrzehnten zurückgegangen. Eine Katastrophe angesichts der Tatsache, dass Insekten das wesentliche Bestäubungsmedium für Pflanzen und einen integralen Bestandteil der Nahrungskette darstellten. Flächenverbrauch, Pestizideinsatz und Monokulturen auf den Äckern seien nur einige von vielen Ursachen.

Daher fordern die Sozialdemokraten vom Kreis Steinfurt die Anlegung von kommunalen Blühstreifen, auf denen eine Vielfalt von Pflanzen verschiedensten Tierarten als Rückzugs- und Lebensort dient. Zudem brauche es mehr Engagement bei der Erhaltung der Artenvielfalt und dem Schutz der Biodiversität. „Dazu ist der Kreis gesetzlich verpflichtet! Trotzdem besteht erheblicher Nachholbedarf“, beklagt Martina Kamphues. Und weiter: „Auch wenn das Klimaabkommen von Paris auf der Kippe steht und viele Länder – leider auch Deutschland – ihren Verpflichtungen in Sachen Klimaschutz nicht nachkommen. Auch auf lokaler Ebene können wir viel tun. Und da wollen wir, dass der Kreis Steinfurt noch besser wird!“

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