„Wir brauchen mehr Wertschätzung für unseren Beruf“ / SPD-Kreistagsfraktion besucht Pflegeheim in Ochtrup

Die SPD-Kreistagsfraktion besuchte gemeinsam mit Mitgliedern der Ochtruper SPD das Carl-Sonnenschein-Pflegeheim in Ochtrup; Einrichtungsleiter Stephan Antfang (3.v.r.) berichtete gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom Pflegealltag.

„Wir wünschen uns mehr Zeit für die Bewohner und mehr Wertschätzung für unseren Beruf in der Bevölkerung.“ Das gaben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Carl-Sonnenschein-Pflegeheimes in Ochtrup den Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion mit auf dem Weg, die die Einrichtung im Rahmen ihres Sommerprogramms besuchte.

Viel zu häufig verbinde man die Altenpflege nur damit, Menschen zu waschen und anzuziehen. Dabei werde unterschätzt, wie professionell der Beruf und wie vielfältig die erforderlichen Kenntnisse seien – von der psychologischen Betreuung bis hin zur begleitenden Therapie Demenzkranker.

„Diese Fehlvorstellung vom Berufsbild des Altenpflegers, gepaart mit der stark zunehmenden Arbeitsbelastung, führt dazu, dass sich Jugendliche kaum für die Pflege interessieren. Für die vom Bund angekündigten 13.000 Pflegestellen müssen aber auch die Menschen da sein“, appellierte Einrichtungsleiter Stephan Antfang. Generell kritisierte er, viele Betreiber von Pflegeeinrichtungen arbeiteten zu gewinnorientiert. Pflege und Rendite, das schließe sich eigentlich aus, weil es immer zulasten der Bewohner und der Mitarbeiter gehe. Für die aktuelle SPD-Initiative im Kreistag, die bisher vergütungslose Altenpflegehelferausbildung finanziell zu fördern, fand er hingegen lobende Worte: „Das ist sicherlich der richtige Weg. Gerade für Alleinerziehende oder Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit kommen“, so Antfang.

Die Sozialdemokraten versicherten, sich auf Kreisebene weiter für eine Stärkung der Pflege einzusetzen. „Die von uns seit Langem geforderte Wohnbaugesellschaft könnte neben sozialem Wohnungsbau auch Pflegeheime errichten. Dies trägt zu einer stärkeren Gemeinwohlorientierung auf dem Pflegemarkt bei. Statt Zwangsarbeit zu fordern, wie die Bundes-CDU, wollen wir über den Pflegeberuf informieren, ihn bewerben und die jetzt schon bestehenden Freiwilligendienste stärken,“ betont Elisabeth Veldhues, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Letztlich habe gute Pflege ihren Preis. Als Gesellschaft müsse man die Frage beantworten, wieviel uns diese Aufgabe wert sei. Andere Länder, wie Norwegen oder die Niederlande seien da weiter. „Dieses Bewusstsein lässt sich nur durch eine groß angelegte, öffentliche Debatte schaffen“, meinen die Sozialdemokraten.

Weitere Themen waren die generalisierte Pflegeausbildung, die Bezahlung der Pflegekräfte sowie die kommunale Pflegeplanung.

 

Keine Kommentare vorhanden

Machen Sie bei der Konversation mit.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.