Licht am Ende des Tunnels für das THW Rheine

Rheine. Jahrelang ringt der THW-Ortsverband Rheine schon um einen Neu- und Umbau seines extrem abgängigen Gebäudes an der Hauenhorster Straße. Nachdem sich das Verfahren offensichtlich ewig hinzog, schaltete sich 2015 die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (Mi.) ein und verhandelte mit allen verantwortlichen Stellen. Erfolgsversprechend, wie sich damals erst abzeichnete, wurde doch über einen Teilabriss und einen Ersatzneubau gesprochen. Ende 2016 zeigte man sich im Ortsverband hoffnungsfroh, da man schnellstens, wenn auch übergangsweise, in die Theodor-Blank-Kaserne (TBK) umziehen musste. „Jetzt geht’s los“, machte sich freudige Stimmung breit.

Ein Ortstermin im März dieses Jahres zeigte dann: Nichts passiert! Wo Arndt-Brauer bereits eine Baustelle erwartete, zeigte sich die alte Liegenschaft in einem noch schlechteren Zustand und das Unkraut drohte das Gelände für sich zu beanspruchen. Verantwortliche Vertreter vom THW Landesverband verwiesen auf den größeren Zeitrahmen, den alle Beteiligten, wie BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben), THW-Leitung und Oberfinanzdirektion für das Prüfungsverfahren brauchen. Schlussendlich war man sich aber einig, dass sich alle Verantwortlichen sich für eine zeitnahe Lösung einsetzen sollten.

Juli 2019: Das alte THW-Gebäude schläft einen Dornröschenschlaf; allein der verträumte Anblick fehlt. Die THW-Helferinnnen und Helfer sind verärgert, dass sich noch immer nichts bewegt. Verärgert über die Situation brachte Arndt-Brauer alle Verantwortlichen noch einmal einen Tisch. Unterstützt wurde sie dabei von ihrem Bundestagskollegen Martin Gerster (7.v.li.), zuständiger Haushälter für das THW im Deutschen Bundestag und Vizepräsident des Bundes-THW. Neben hochrangigen Vertretern von BImA, Landes-THW und Regional-THW, hatten sich auch örtliche THW-Vertreter der Seniorengruppe, der Jugendgruppe und natürlich der Ortsbeauftragte Bernhard Heeke (3.v.li.) in der TBK eingefunden. Nach einer kurzen Schilderung der derzeitigen Situation wurde schnell von allen Teilnehmern diskutiert, dass es zeitnah zu einer Lösung kommen müsse. Arndt-Brauer wies auf die Besonderheiten der Liegenschaft hin, will aber gerne das Problem lösen. „Aber wie geht es weiter?“. „Ich kenne von vielen Besuchen verschiedener THW-Ortsverbände entsprechende Probleme. Ich freue mich daher, dass wir im Haushaltsauschuss beschlossen haben, das Ehrenamt mit der Aufstockung von Personal und Fahrzeugen zu unterstützen. Es freut mich auch, dass diese Unterstützung ankommt“, wie Martin Gerster dem Kopfnicken der THW-Helfer entnehmen konnte. Auch das Liegenschaftsprogramm sei schön, aber ärgerlich, wenn es jahrelange Verfahren gebe, kritisierte Martin Gerster. Er und seine Kollegin Arndt-Brauer finden es wichtig, dass Prozesse auch zeitnah umgesetzt werden, wenn die Politik das Ehrenamt unterstützt. Lutz Leide (5.v.li.), verantwortlicher Leiter des Gebäudemanagements bei der BImA stimmte zu, dass das Verfahren, wie es sich gerade in Rheine zeige, nicht vermittelbar sei. Leide hatte aber auch eine gute Nachricht im Gepäck. „Der aktuelle Stand der Planung zeigt, dass mit dem Neu- und Umbau 2020 begonnen werden soll, sodass ein Umzug in das neue Gebäude voraussichtlich 2021 erfolgen kann“, so Leide und schaute in erleichterte Gesichter, auch wenn bis zur angekündigten Umsetzung noch etwas Zeit ins Land geht.

Arndt-Brauer wollte von den THW-Helfern erfahren, ob die Unterbringung in der TBK angemessen sei und ein vernünftiges Arbeiten möglich sei. Platzmäßig sei man sehr zufrieden. „So viel Platz bekommen wir nie wieder“, meinte Kevin Kutscha (2.v.li.), Ausbildungsbeauftragter des THW Rheine schmunzelnd. „Kleine Hindernisse können im engen Kontakt mit der Bundeswehr und der Sicherheitsfirma, die die Kaserne bewacht, schnell ausgeräumt werden. Das ist aber immer ein Geben und Nehmen unter allen Beteiligten“, ergänzte Heeke. „Ist es aber auch gesichert, dass das THW die Übergangsunterkunft hier in der TBK auch bis zum Umzug nutzen kann?“, wollte Arndt-Brauer, die vermeiden möchte, dass dem THW Rheine weitere Nachteile entstehen, von Lutz Leide wissen. Auf Nachfrage im Verteidigungsministerium, wurde Leide versichert, dass der Ortsverband bis zum Umzug in der Kaserne verbleiben könne.

Alle Beteiligten waren nach dem Gespräch erleichtert, dass nach langer Zeit nun ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen sei. „Wenn wir wissen, bald geht es los, dann halten wir auch noch bis 2021 durch“, versicherten die engagierten THWler.

Abschließend besichtigten die Gäste das Gelände, Hallen und Fahrzeuge des THW. Kevin Kutscha, der die Führung übernahm, ist besonders stolz auf den neuen Radlader und den Mannschaftstransportwagen, die 2018 beschafft werden konnten. „Gut, dass unsere Beschlüsse vor Ort ankommen – auch wenn es mal etwas länger dauert. Aber erst das von uns im Bundestag beschlossenen 100 Mio.-Euro-Fahrzeugprogramm hat die Anschaffung möglich gemacht. Einiges zu tun gibt es noch bei der Unterbringung. Dazu haben wir bereits 2015 ein Bau- und Sanierungsprogramm mit 27 Mio. Euro auf den Weg gebracht. Da hoffe ich, dass Ihnen das bald zugutekommt“, machte Martin Gerster deutlich. „Herzlichen Dank für Euer tolles Engagement und Respekt für Euren Einsatz – z. B. anlässlich des Moorbrands in Meppen im letzten Jahr. Bin begeistert!“, lobte Gerster, dessen Herz für das THW schlägt. Dem konnte Arndt-Brauer nur zustimmen. Auch Johannes Hildebrandt (3.v.re.), der den THW- Landesbeauftragten Dr. Hans-Ingo Schliwienski vertrat, lobte den THW-Ortsverband Rheine, der seit Jahren im Ranking der 127 Ortsverbände aus NRW hinsichtlich der Einsatz- und Übungsstunden, der qualifizierten Helferinnen und Helfer, aber auch in der Jugendarbeit Spitzenreiter ist. „Ich freue mich darüber, dass die Junghelfer aus Rheine den Landesverband NRW beim Bundeswettkampf vertreten“.

Bernhard Heeke bedankte sich bei Arndt-Brauer und Gerster für die Entscheidungen der Politik. „Das Geld kommt tatsächlich an“, freut sich der Ortsbeauftragte. Für das konstruktive Gespräch fand er lobende Worte.

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