Im Herzen der Leitzentrale

AG 60 plus besuchte moderne Einrichtung des Wasser- und Schifffahrtsamtes

Jeder Bedienplatz ist mit neun Monitoren ausgestattet. Zudem geben große Bildschirme Informationen über die sechs Schleusen.

Als Thomas Schüring die Tür öffnete und die Gäste hereinbat, ging ein Raunen durch die Reihen. So groß, so modern, so viel moderne Technik, das hatten die Frauen und Männer aus dem Kreis Steinfurt nicht erwartet.

Die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus hatte zu einem Besuch der Leitzentrale Bergeshövede eingeladen. Thomas Schüring, Leiter der Zentrale, führte die Seniorinnen und Senioren sichtlich stolz durch die Leitzentrale der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Schüring sowie seine Kolleginnen und Kollegen sind Mitarbeiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rheine und sorgen hier dafür, dass der Verkehr auf dem Dortmund-Ems-Kanal (DEK) reibungslos läuft.

2011 wurde die Leitzentrale Bergeshövede in Betrieb genommen. Während früher jede Schleuse eigenes Bedienpersonal hatte, werden seitdem die Schleusen der Nordkette des DEK von hier aus zentral ferngesteuert. Die Schleusen Bevergern, Rodde, Altenrheine, Venhaus, Hesselte und Gleesen befinden sich hinsichtlich ihrer Bedienung und Überwachung damit in einem Fernsteuernetz.

„Mit der Fernsteuerung der Schleusen hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Rheine eine zukunftsweisende Technik für die Wasserstraßen eingeführt. Mit dieser Technik wird der Schleusenbetrieb optimiert und langfristig eine Kostenreduzierung erreicht“, erläuterte Schüring (Foto) den staunenden Gästen.

In der Leitzentrale Bergeshövede befinden sich neun Bedienstände. Ein Beschäftigter steuert und überwacht im Regelfall zwei Schleusen. Der eigentliche Schleusenvorgang läuft vollautomatisch. Jeder Bedienstand ist mit neun Bildschirmen für die Steuerung und Überwachung einer Schleusenkammer ausgestattet, sodass die Videobilder ein reales Bild des Schleusenvorganges wiedergeben. Zeitgleich ist jederzeit ein Eingriff in den automatischen Schleusenvorgang gesichert. Für die Bildübertragung ist ein digitales Übertragungsverfahren notwendig. Hierfür wurden alle Schleusen und die Leitzentrale mit Lichtwellenleiterkabeln verbunden. Maßgeblich für jeden Fernbedienprozess sind die visuelle Verfügbarkeit und der Überblick über das dafür zu steuernde Objekt. Bei den Schleusen wird ein Bereich von rund 300 m Länge und 12 m Breite zuverlässig erfasst.

Von der Leitstelle Bergeshövede werden zurzeit die sechs Schleusen am DEK bedient. „Ab August 2019 können von der Leitzentrale Bergeshövede die Schleusen des Dattel-Hamm Kanal (DHK) Hamm und Werries fernbedient werden. Des Weiteren ist zukünftig die zeitweise Fernbedienung der Schleusen in Münster geplant“, blickte Schüring in die Zukunft. Während die Schleuse Altenrheine bereits auf dem neuesten Stand ist, werden die Schleusen Gleesen, Hesselte, Venhaus, Rodde und Bevergern durch Neubauten ersetzt. Auch hier kommen auf die Leitzentrale koordinierende Aufgaben zu.

Im vergangenen Jahr wurden rund 56.000 Schleusungen auf dieser Teilstrecke des Dortmund-Ems-Kanals durchgeführt. Dabei überwinden die Schiffe einen Höhenunterschied von 28,73 Metern. Nahezu 9500 Binnenschiffe passierten diese Strecke mit einer Gesamtladung von rund 4,0 Millionen Tonnen Ladung incl. ca. 1500 Sportfahrzeuge mit Hobbykapitänen.

Musste die Berufsschifffahrt bislang je nach Größe der Fahrzeuge und Fracht für die Schleusungen bezahlen, ist diese „Befahrungsabgabe“ seit Anfang dieses Jahres abgeschafft. „Damit will man dazu beitragen, dass vermehrt Transportgut von der Straße auf das Wasser verlegt wird“, erläuterte Thomas Schüring bei einem Rundgang über das Gelände des Bauhofs Bergeshövede des WSA Rheine.

 

 

 

 

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