v.l.n.r.: Benedikt Langemeyer, Jürgen Coße, Carsten Spieker, Sarah Lahrkamp und Albert Rohlmann

„Investitionen in das Wohl der Tiere müssen unbürokratischer werden“

Jürgen Coße und Sarah Lahrkamp besuchen Hof Rohlmann in Hörstel

Die Landwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil der Wirtschaft im Kreis Steinfurt. Etwa jeder achte Arbeitsplatz ist direkt oder indirekt von der Landwirtschaft abhängig. Außerdem betreffen viele Herausforderungen die Landwirtschaft, wie beispielsweise der Klimawandel, die Landwirte besonders stark. Für den Bundestagskandidaten im Wahlkreis Steinfurt III, Jürgen Coße, gilt das Motto: „Nur wer die Realität kennt, kann gute Politik machen.“ Deswegen war er gemeinsam mit der Bundestagskandidatin aus dem Wahlkreis Borken I / Steinfurt I, Sarah Lahrkamp, zu Besuch auf dem Hof von Albert Rohlmann, dem Vorsitzenden des landwirtschaftlichen Kreisverbandes, der von seinen Stellvertretern Carsten Spieker und Benedikt Langemeyer begleitet wurde. Dabei bekamen die Sozialdemokraten einen sehr guten Einblick, in den Schweinemastbetrieb.

Die Herausforderungen für die Landwirte sind gewaltig. Dabei sind Umweltschutz, Klimaschutz und das Wohl der Tiere im ureigenen Interesse der Landwirte. „Unsere Landwirte sind auf eine intakte Natur angewiesen, sie spüren besonders stark die Auswirkungen des Klimawandels und für sie ist das Tierwohl die Grundlage der täglichen Arbeit“, erklärte Sarah Lahrkamp. „Umso wichtiger ist es, dass wir die Landwirte zu unseren Partnern in der Bewältigung der großen Herausforderungen machen. Deswegen ist auch auf Antrag der SPD-Kreistagsfraktion ein Landwirtschaftsausschuss entstanden“, ergänzte Jürgen Coße. Albert Rohlmann machte deutlich, dass man sich dabei mehr Unterstützung wünsche. So wollen beispielsweise viele Landwirte mehr für das Tierwohl tun. Der Preisdruck durch den Lebensmitteleinzelhandel und Auflagen innerhalb der Baugesetzgebung erschweren Stallerweiterung. Hier würde sich Rohlmann eine Veränderung der Gesetzgebung wünschen. Gerade hohe Abstandauflagen würden die Erweiterung von Ställen für mehr Tierwohl verhindern. „Investitionen in das Wohl der Tiere müssen unbürokratischer werden“, so der Landwirt.

Sehr zufrieden zeigte sich Albert Rohlmann bei der Frage der Gülleproduktion. Hier habe man durch eine bessere Futterqualität erhebliche Reduktionen erreicht. Die Tiere sein gesünder und die Ausscheidungen weniger. Die Verwertung seien nicht mehr das Problem.

Sorgen machen sich die Landwirte um den zukünftigen Nutztierhaltungsstandort in Deutschland. Die Nutztierhaltung sei in weiten Teilen des Landes rückläufig. „Wir wollen eine zukunftsfähige Landwirtschaft im Kreis Steinfurt. Ein erhöhter Import von Fleisch aus dem Ausland wäre weder aus Gründen des Tierwohls noch des Klimaschutzes sinnvoll“, so Jürgen Coße. Dazu wünschte sich Rohlmann eine Veränderung in der Kennzeichnung von Herkunftsländern. Dabei sollen 99 Prozent aus Deutschland kommen und nicht lediglich 50 Prozent. Die Nachfrage nach deutscher Herkunft sei hoch, die Kennzeichnung aber oft ein Etikettenschwindel. Eine ehrlichere Kennzeichnung würde Verbrauchern sowie Landwirten helfen, so die Vorstandsmitglieder des landwirtschaftlichen Kreisverbandes.