Jürgen Coße (l.) mit dem Vorstand der Geschäftsführung Reiner Zwilling vor der Agentur für Arbeit

Coße zu Antrittsbesuch bei der Agentur für Arbeit

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt erscheint besonders positiv. Die Arbeitslosenquote ist im Bezirk der Agentur für Arbeit in Rheine bei nur 3,8 Prozent, die zweitniedrigste in ganz NRW. Umso schwieriger wird es jedoch für Unternehmen Fachkräfte oder Auszubildende zu finden. Über das, was Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber wie auch die Politik leisten können, um insbesondere die Fachkräfte von Morgen zu fördern, sprach der SPD-Bundestagsabgeordnete Jürgen Coße bei seinem Antrittsbesuch bei der Agentur für Arbeit mit dem Vorstand der Geschäftsführung Reiner Zwilling.

In den kommenden Jahren werden viele aus der Babyboomer-Generation in Rente gehen und nicht im gleichen Maße Schülerinnen und Schüler mit Abschluss die Schule verlassen. „Wir erleben einen zunehmenden Arbeitnehmermarkt“, sagt Reiner Zwilling. Deswegen bringe sich die Agentur für Arbeit verstärkt in der Schulung von Unternehmen ein, wie Fachkräfte und insbesondere Auszubildende zu gewinnen sein. „Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber müssen verstehen, dass sich das Verhältnis von freien Ausbildungsstellen zu potenziellen Auszubildenden umgedreht hat“, macht Coße deutlich, der selbst Erfahrung als Arbeitsvermittler des Jobcenters Kreis Steinfurt hat. Für die Unternehmen sei heutzutage dabei nicht nur die Konkurrenz anderer Unternehmen, sondern auch die Konkurrenz durch Hochschulangebote ein Problem. Deswegen müssen sie dafür sorgen, dass ihre Ausbildung gegenüber anderen Möglichkeiten attraktiv ist. Dazu gehöre neben der Bezahlung auch die direkte Integration von Auszubildenden in anspruchsvolle Tätigkeiten, Sprachförderung bei nicht Muttersprachlern oder die Transferkosten von Zuhause in den Betrieb und in die Berufsschule.

Politisch müsse diskutiert werden, wie die duale Ausbildung besser organisiert werden kann. Dazu gehöre eine ausreichende Berufsschul- und Fachinfrastruktur wie auch die Organisation des Schulbeginns. „Wenn die Ausbildungsstelle einer Textilfacharbeiterin in Emsdetten, die dazugehörige Berufsschule jedoch in Mönchengladbach ist und die Schule um 8 Uhr beginnt, dann ist die Ausbildungsstelle weniger attraktiv“, erklärte Coße. Hinzu kämen die damit verbundenen Fahrtkosten. „Wir brauchen für Auszubildende auch ein günstigeres Azubiticket, was für ganz NRW gilt. Ähnlich dem Studierendenticket. Ich bin froh, dass die NRWSPD sich bei der Landtagswahl dafür einsetzt“, so Coße weiter.

Grundsätzlich wünscht sich Jürgen Coße eine größere Wertschätzung für die Ausbildung. „Es sind doch eher Handwerker, auf die wir lange warten müssen und nicht BWLer“, so Coße. Dabei würden von vielen jungen Erwachsenen auch die Verdienstmöglichkeiten im klassischen Handwerk unterschätzt.